Herzlichen Glückwunsch: Der Volkswagen-Bulli feiert den 75-jährigen Geburtstag - CVJM Wolfsburg hatte über ein Jahrzehnt VW-Bullis als Verein-Fahrzeuge - in den siebziger und achtziger Jahren - große Hilfe bei segensreicher und wegweisender Arbeit mit jüngeren und älteren Menschen - Fahrten in die Jugendanstalt Hameln - viele Anekdoten und Geschichten mit den Kult-Fahrzeugen - ehemaliger Polizei-Bulli war über Jahre der "Hingucker"

(08.03.2025) Herzlichen Glückwunsch: Der VW-Bulli wird 75 Jahre alt. 1973 kaufte sich der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) Wolfsburg selbst einen
Bulli für die Vereinsarbeit, für Fahrten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, beim ersten längeren Bauspielplatz in Wolfsburg 1973, für das Zeltlager an den Thülsfelder Talsperren. Dies war
damals in der Wolfsburger Jugendarbeit ein Novum. Betrug der Kaufpreis 1.000 Deutsch-Mark? Schade - einen Zuschuss vom städtischen Jugendamt gab es nicht. Keine Beziehungen? In den
Zuschussrichtlinien des Jugendamtes / Jugendhilfeausschusses wurde auch aufgenommen, dass Vereinsfahrzeuge nicht gefördert werden, wie auch Vereinshunde ... "Der CVJM kam wohl zu früh mit seinen
Ideen", erinnert sich Hans-Jürgen Wille, der sich als Kassenwart damals für den Kauf des Bullis verantwortlich zeichnete.
Die Bullis waren eine große Hilfe bei den Zeltlagern in Frankreich und Jugoslawien (jetzt Slowenien), internationalen Freizeiten nach Dänemark und Norwegen.
"Der Schwerpunkt lag aber bei Fahrten in Wolfsburg und Umgebung", betonen die CVJM-Urgesteine Ferdinand Uecker und Manfred Wille. Junge (und ältere) Leute wurden quer durch die Volkswagen-Stadt
transportiert. So kam er bei Vorbereitungen des Kirchengemeindebasars und zu Fahrten in das Kirchenkreisamt zum Einsatz, beim Transport in die Sporthallen, Baumaßnahmen des CVJM-Freizeitgeländes,
Punktspielen, und, und, und ..

1977 kaufte sich dann der CVJM einen ehemaligen grün-weißen Polizei-Bulli. Dies war durch eine Sonderbestimmung des Landes Niedersachsen möglich. Die Mitarbeitenden der Polizei-Direktion Hannover waren immer ausgesprochen fair zu den CVJM-Ehrenamtlichen.
Obwohl der Bulli kein Blaulicht, Martinshorn und Polizei-Aufschrift hatte, war er ein Hingucker in Wolfsburg und Umgebung - aber natürlich auch bei Fahrten zu den Deutschen Eichenkreuz/CVJM-Meisterschaften, Volleyball- und Tischtennis-Punktspielen, beim CVJM-Freizeitgelände und vielen anderen Aktionen. Wegen Schwierigkeiten zwischen einem Pastor und einem Diakon in der evangelisch-lutherischen St. Marien-Kirchengemeinde in Wolfsburgs Nordstadt zogen die jungen Menschen aber verstärkt auf das naheliegende Freizeitgelände am sogenannten Promille-Weg und nutzten es verstärkt. Viele Anekdoten ranken sich um den Polizei-Bulli. So grüßten Kolleginnen und Kollegen auf den Fahrten auf der Autobahn ihre "Kollegen" im Bulli. Und als Sportlerinnen und Sportler einmal in den Hof der alten Jugendanstalt Hameln an der Weser fuhren gab es ein "Höllenspektaktel": Die Einsitzenden schlugen mit ihrem Geschirr und ihrem Besteck gegen die Gitter vor den Fenstern. In Wolfsburg hatte der Bulli "Kult-Status". 1982 wurde der dann privat finanzierte ehemalige Polizei-Bulli abgemeldet, da er nicht mehr finanzierbar war. Insgesamt hatte der CVJM Wolfsburg fünf Bullis von Volkswagen. "Ohne unsere Vereins-Fahrzeuge wäre eine so segensreiche und wegweisende Jugendarbeit nicht möglich gewesen", ziehen die CVJM-Vereinsverantwortlichen ein positives Fazit.